Schweiger² – 24. Oktober 2014

Liebe, Können und präzise Raffinesse – Kulinarischer Hochgenuss im kleinsten Sternerestaurant Münchens

Schweiger² bedeutet nicht, dass es noch ein Schweiger¹ gibt. Mit dem Restaurantnamen sind Franziska und Andreas Schweiger gemeint, seit 2006 die Hausherren im ehemaligen Showroom in der Lilienstraße.
Das überschaubare Restaurant – es ist das kleinste Sternerestaurants Münchens – ist sehr modern und geschmackvoll eingerichtet. Es gibt keine Speisekarte, der Gast kann die Gänge seines Menüs frei wählen.
Nach dem freundlichen Empfang kam Küchenchef Andi zu uns an den Tisch und stellte sich als sprechende Speisekarte vor. Das Menü verriet er zwar nicht, klärte jedoch persönliche Präferenzen und etwaige Unverträglichkeiten ab.

Flammkuchen mit Speck und ZwiebelnEs gab drei Grüße aus der Küche: Zuerst Flammkuchen mit Speck und Zwiebeln, dann ein Süppchen mit Sauerkrautespuma, Apfel, Pumpernickel und Algenkaviar und schließlich eine Variation von Fenchel und Ziegenkäse mit Kaffeegeschmack. Begleitend gab es Brot, sizilianisches Bio-Olivenöl und Salz aus Cornwall.

Das eigentliche Menü hatte fünf Gänge (99 Euro pro Person), ein Sorbet gab es on top. Los ging es mit hausgebeiztem Reh vom Gutshof Polting mit Topinambur, Traubenvinaigrette und Radicchio di Treviso. Topinambur wurde als Püree, Chip und Brioche verarbeitet. Damit war bereits die Vorspeise eine Offenbarung, was Geschmack und Präsentation angeht.

Lauwarm gegarter Saibling mit Saiblingskaviar und Kürbis in verschiedenen VariationenWeiter ging es mit einem lauwarm gegarten Saibling mit Saiblingskaviar und Kürbis in verschiedenen Variationen, die perfekt miteinander abgestimmt waren.
Als dritter Gang wurde uns Poltinger Lamm mit Rucola, Ziegenquark, Kerbelwurzel, Heidelbeere und Preiselbeere serviert. Das Lamm hatte der Koch wunderbar rosa gebraten und war von einzigartiger Qualität.
Als kleine Erfrischung gab es im Anschluss ein Zwetschgensorbet mit Muscovado-Zucker, das geschmacklich überzeugte, optisch jedoch weniger ansprechend war.

Absoluter Höhepunkt war der Hauptgang, Wagyu-Rinderschulter, wunderbar zart und exzellent im Geschmack, dazu Linsencreme, Egerlinge, gehobelter Trüffel und Kapuzinerkressetascherl, gefüllt mit Roter Bete. Spätestens jetzt ist man im Gourmethimmel angekommen.
Wagyu-Rinderschulter, dazu Linsencreme, Egerlinge, gehobelter Trüffel und Kapuzinerkressetascherl, gefüllt mit Roter Bete

Weiße SchokoladenkugelZum krönenden Abschluss wurden wir abermals in Staunen versetzt: Zum Dessert gab es eine weiße Schokoladenkugel, die zunächst geschlossen war, sich aber durch Hinzugabe von heißem Limettensaft öffnete. In der Kugel befand sich feinste Pastinake, in Verbindung mit der weißen Schokolade und dem Limettensaft ein sensationelles Geschmackserlebnis. Handwerklich ist das kein Kochen mehr, sondern zweifelsfrei eine Kunstform.

Die Weinkarte ist hochkarätig und zugleich bodenständig. Die Empfehlung des Sommeliers, ein Zweigelt 2010 vom Weingut Allacher, Neusiedler See, begeisterte mich schwer. Doch nicht nur die Gaumenfreuden, sondern auch die sympathische Art des gesamten Teams trugen zum besonderen Ambiente bei. Die Atmosphäre im Schweiger² ist wunderbar entspannt, der Service bei aller Lockerheit absolut professionell. Trotz des Sterns – die familiäre Atmosphäre ist geblieben. Hier fühlt sich der Gast wohl – ob im Anzug oder in der Jeans.

Das Schweiger² ist kein gehobener Gourmettempel. Klein, aber fein: Das trifft es wohl am besten. Hier geht es um unerwartete Texturen, freche Kombinationen, kreative Raffinesse – aber auch um die Kräuter aus Mamas Garten in Rosenheim. Das Konzept ist einfach, anders und sensationell umgesetzt. Jeder Gang ist ein absolutes Erlebnis. Das hat natürlich alles seinen Preis. Doch den zahlt man in diesem Spitzenrestaurant gerne.

Gerade weil ich sonst gerne eine Speisekarte lese und mir die Gänge selbst aussuche, war ich umso mehr überwältigt von diesem fantastischen Überraschungsmenü mit Kombinationen, die ich nie im Leben so bestellt hätte. Schweiger² ist ein Synonym für junge, unkomplizierte und hochwertige Gastronomie. Das hat sich natürlich herumgesprochen, und so sollte man in jedem Fall reservieren.

Schweiger² Restaurant Showroom, Lilienstraße 6, 81669 München, Telefon 44429082
Schweiger² Rechnung

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Bonsai-Garden – 03. Oktober 2014

Zu Gast bei Familie Tsang – Kulinarischer Kaiser im Chinarestaurant

Das Chinarestaurant Bonsai-Garden verwöhnt seine Gäste bereits seit 1993 mit Köstlichkeiten der asiatischen Küche. Zunächst in der Freischützstraße in Englschalking beheimatet, zog das Lokal 2000 in die Ostpreußenstraße nach Denning um.

Das Angebot ist umfangreich: vom Schweinefleisch süß-sauer bis zu den gebratenen Hummerkrabben ist alles dabei. Auch viele Delikatessen, oft serviert auf heißer Platte, werden angeboten.

PekingsuppeBei unserem Besuch nahmen wir als Vorspeise Pekingsuppe (4 Euro) und Sate Gai, Hühnerspießchen mit Erdnusssoße (6 Euro). Die scharf-saure Suppe war eindrucksvoll im Geschmack und auch die Spießchen überzeugten.

Zur Hauptspeise wählten wir aus dem umfangreichen Spezialitätenangebot und entschieden uns für Ente Spezial, knusprig gegrillte Ente auf gebratenem Reis mit Soße (19 Euro), und Polo Gai, gebratenes Hühnerbrustfilet süß-sauer serviert in einer Ananas (17 Euro). Die Speisen kamen sehr heiß an den Tisch, alle Zutaten waren frisch, Ente und Huhn hauchzart und saftig, die Soßen gut gewürzt. Der Reis wies eine optimale Konsistenz auf.
Ente Speziel
Der Service im gut besuchten Lokal war sehr freundlich und aufmerksam, das Ambiente einladend und gemütlich. Familie Tsang ist stets bemüht, die Gäste zufriedenzustellen. Zum Schluss erhielten wir neben dem typischen Pflaumenwein auch eine Nachspeise aufs Haus.

Der Bonsai-Garden hebt sich deutlich von anderen chinesischen Restaurants ab. Hier stimmt das Preis-/Leistungsverhältnis, was von den vielen Stammgästen seit Jahren honoriert wird. Dem sympathischen Team gelingt es, seine Gäste in die große Vielfalt der asiatischen Küche zu entführen. Hier gibt es klassische chinesische Kanton-Küche, deren Stolz originale, nach überlieferten Rezepten zubereitete Spezialitäten sind.

Das Restaurant ist aufgrund separater Räumlichkeiten auch für Weihnachtsfeiern und Firmenfeste zu empfehlen. Großer Beliebtheit erfreuen sich auch die Grillfeste, die freitags bei gutem Wetter im schönen Garten stattfinden, der mit Korbsesseln, Bonsai-Bäumchen, Grillbar und Fischteich als angenehmer Ruhepol zum Verweilen einlädt.

China Restaurant Bonsai Garden, Ostpreußenstraße 15a, 81927 München, Tel.: 99341983

Rechnung Bonsai-Garden

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Weinhaus Schneider – 27. September 2014

Bourguignonne für Münchner und Touristen – Kerzenschein und Kellerromantik im Fondue-Haus

Das Weinhaus Schneider, unmittelbar am Marienplatz gelegen, ist mit das älteste Weinhaus Münchens, erstmal 1877 erwähnt. Neben erlesenen Weinen und bayerischen Schmankerln ist das Lokal vor allem für seine Fondues bekannt. Die Auswahl ist groß, der Gast kann aus elf verschiedenen Fondues wählen – von Käse über Öl und Brühe bis Schokolade.

Bei unserem Besuch wurden wir von einer Bedienung in bayerischer Tracht sehr freundlich in Empfang genommen. Der kleine Gastraum war gemütlich, romantisch, urig. Kerzenschein und Rotwein stimmten auf einen besonderen Fondue-Abend ein.

Fondue-FleischWir wählten ein klassisches Fondue Bourguignonne mit Rind, Kalb, Pute und Huhn (26,90 Euro pro Person). Die Qualität des Fleisches war einwandfrei, auch die Soßen (Salsa, Remoulade, Curry, Knoblauch, Meerrettich, Cognac-Preiselbeer) überzeugten. Die Beilagen – Mixed Pickles und Brot – waren weniger originell, aber in Ordnung.

Fondue Bourguignonne mit Rind, Kalb, Pute und Huhn

Beim Schokoladen-Fondue (12,50 Euro pro Person) hatten wir die Wahl zwischen weißer, dunkler und Vollmilch-Schokolade. Wir entschieden uns für letztere. Dazu gab es eine Platte mit Erdbeeren, Ananas, Bananen und Äpfel.

Der Service war kompetent, freundlich und zuvorkommend, sichtlich bemüht, dass sich der Gast wohl fühlt – sowohl der bayerische als auch der australische. Denn ins Weinhaus Schneider kommen nicht nur Münchner, es ist ein Touristenmagnet. Und das scheinbar nicht nur zur Wiesnzeit; die Speisekarte ist hier in zehn verschiedenen Sprachen verfügbar.

Es ist ein Spagat, sowohl den Ansprüchen der Einheimischen als auch denen der Touristen gerecht zu werden, der nur bedingt bewältigt wird. Trotz der angenehmen Atmosphäre und dem guten Essen: die Preise im Weinhaus Schneider sind hoch, die Portionen nicht allzu üppig. Und man wird das Gefühl nicht los, als Münchner hier eine Rarität geworden zu sein.

Weinhaus Schneider, Sparkassenstraße 1, 80331 München, Tel: 29161306

Rechnung Weinhaus Schneider

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Gesellschaftsraum – 21. Mai 2014

Gewagt und gewonnen – Wilde Kreationen auf Sterne-Niveau

Der Gesellschaftsraum steht für außergewöhnliche Gourmet-Kombinationen. Seit sechs Jahren bringt Fernsehkoch Bernd Arold mit Vorliebe Fisch und Fleisch auf dem Teller zusammen. Abgerundet werden die Gerichte durch ein fruchtiges Aroma von exotischem Obst und Gemüse.

Kreativ, gewagt, schräg – das waren unsere ersten Gedanken beim Blick in die Speisekarte. Die Auswahl ist nicht groß, das muss sie aber auch nicht sein. Denn hier geht es um die Vielfalt der Zutaten und das Experiment der Kombinationen. Der Gast kann sich zwischen Menüs aus drei (51 Euro) bis sieben (80 Euro) Gängen entscheiden, auch Essen a la carte ist möglich.

Wir wählten ein Fünf-Gänge-Menü (68 Euro) – und als Aperitif einen Granny-Smith-Eucalyptus-Martini (9,50 Euro). Ungewöhnlich. Lecker.

Als Starter gab es Grissini, schwarze (in Sepia-Tinte getaucht mit Zimt und Kardamom) und gelbe (Curry und Fenchelsaat); dazu Curry-Karotten-Estragon- sowie Rote-Beete-Fisherman’s-Friend-Brötchen, sizilianisches Olivenöl und Rosenmeersalz.

Weiter ging es mit dem Gruß aus der Küche: Staudenselleriesalat mit Johannesbeeren und hausgebeiztem Rehschinken. Schon jetzt zeigt sich: Hier wird mit Leidenschaft gekocht, zubereitet und serviert. Das Essen wird uns von den lässigen, sehr professionellen Kellnern detailliert erklärt – und schmeckt.

Zitronenwachtel mit Tomatenbutt und Steckrübenphysalis

Zur Vorspeise (je 18 Euro) bekamen wir Olivenkaninchen mit Tunasashimi auf roher Spargelpassion und Zitronenwachtel mit Tomatenbutt und Steckrübenphysalis – in beiden Fällen ein perfektes Spiel von Fleisch und Fisch.

weiße Tomaten-Basilikum-Essenz mit Vanillegarnele und HirschrouladeZur Suppe gab es eine weiße Tomaten-Basilikum-Essenz mit Vanillegarnele und Hirschroulade (19 Euro), im Anschluss ein Lindenspargel-Sorbet mit Zitronengrasmango Vodka Ahoi (8 Euro). Der Wodka kam in einer Spritze, er konnte mit Himbeer- oder Waldmeister-Brause im Mund vermischt werden. Die Idee mit Wodka-Spritze und Ahoi-Brause hatte Bernd Arold bereits im essneun, wo er von 2002 bis 2007 als Küchenchef für kulinarische Experimente sorgte.

Zum Hauptgang (je 30 Euro) wählten wir Maibock mit Meeräsche auf Austernpilzananas und Gnocchi Crepes sowie Rinderfilet mit Saibling auf Tamarillo Peperonata und Lardo Popp Pizza, dazu ein Glas St. Laurent Muschelkalk, den uns Sommelier Daniel treffsicher ans Herz gelegt hat. Speisen und Wein trafen sich perfekt im Gleichklang.

wir Maibock mit Meeräsche auf Austernpilzananas und Gnocchi Crepes

Auch die Dessert (je 12 Euro) waren extravagant: Lavendelpfirsich-Brulée mit Birne und Kirschsüßholzeis sowie dunkles Kürbiskern-Schokomousse mit Basilikumerdbeeren und Blaubeerparfait. Ein teils sehr süßer, doch runder Abschluss!

Der Gesellschaftsraum ist ein kulinarisches Experiment. Wer sich auf dieses Gourmetabenteuer einlässt, wird nicht enttäuscht. Die Küche beherrscht die geschmackliche Gratwanderung, die Kreationen sind stimmig.

Gesellschaftsraum, Augustenstraße 7, 80333 München, Telefon 55077793

Im Oktober 2014 ist der Gesellschaftsraum in die Bräuhausstraße 8 umgezogen.

Rechnung Gesellschaftsraum

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Gasthof Feringasee – 23. Februar 2014

Beim Faltermaier am Feringasee – Eine Stube für die Familie

Der Feringasee ist der größte Badesee in unmittelbarer Nähe Münchens. Er liegt im Gemeindegebiet von Unterföhring, entstand 1974 bis 1976 durch Kiesentnahme für den Autobahnbau. Schnell wurde er zum Insider-Tipp für Erholungssuchende, noch heute ist er Anlaufziel für manch gestressten Großstadtbewohner. Rund um den See führt ein etwa zwei Kilometer langer Weg, der bei Spaziergängern und Fahrradfahrern sehr beliebt ist.

Bereits 1982 wurde der Gasthof Feringasee eröffnet. Dort erwartet die Gäste ein typisch bayerischer Biergarten mit Platz für 1.500 Personen sowie eine großzügig angelegte Gaststube, die auch im Winter für Wohlbefinden und Gemütlichkeit sorgt.

¼ Ente mit Kartoffelknödel und Blaukraut Die Küche bietet bayerische Spezialitäten, die stets mit internationalen Gerichten und frischen Saisonangeboten erweitert werden. Küchenchef Hans Faltermaier, der seine Ausbildung im Gasthof zum Wildpark in Straßlach absolvierte, beherrscht die bayerische Küche. Das bewies die ½ Schweinshaxn mit Kartoffelknödel und Krautsalat (11,80 Euro) – die Haxe wunderbar knusprig, die Knödel reichlich, nur der Krautsalat hätte noch etwas mehr Würze vertragen.

Sehr gut zubereitet war das Ragout vom Reh mit Semmelknödel und Preiselbeerbirne (12,80 Euro), und auch die ¼ Ente mit Kartoffelknödel und Blaukraut (12,80 Euro) konnte zweifelsohne mithalten.

Ragout vom Reh

Die Qualität der Speisen erklärt, warum der Gasthof Feringasee so gut besucht ist. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt, mit dem bayerisch-freundlichen Service waren wir sehr zufrieden. Besonders genossen wir das familiäre Ambiente. Der Stil des Hauses ist geprägt von Gastlichkeit und Tradition. Es ist also nicht verwunderlich, dass hier so gerne Familienfeiern stattfinden.

Gasthof Feringasee, Feringasee 1, 85744 Unterföhring, Tel. 9505375

Rechnung Gasthof Feringasee

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Chopan – 08. Januar 2014

Ein Hirte aus Afghanistan – Köstlichkeiten von der Seidenstraße

Seit 2003 führt Wirt Qais Saadat das Chopan in der Elvirastraße. Chopan ist afghanisch und bedeutet Hirte. Schon beim Betreten fühlten wir uns wohl in seiner Herde. Das relativ kleine Lokal ist ansprechend aufgeteilt und wunderschön dekoriert. Orientalische Lampen, dunkelrote Kissen, gemusterte Teppiche und afghanisches Zierwerk versetzen den Gast tief ins Morgenland.

Saadat serviert traditionelle Speisen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul. Die Speisekarte sieht auf den ersten Blick üppig aus, tatsächlich handelt es sich aber häufig um gleiche oder ähnliche Bestandteile. Huhn oder Lamm werden meist mit weißem oder braunem Reis sowie Spinat, Auberginen oder Kartoffeln angeboten.

Um einen ersten Eindruck der afghanischen Küche zu erhalten, bestellten wir die gemischte Vorspeisenplatte für zwei Personen (13 Euro). Obwohl viel Frittiertes dabei war, überzeugte die Auswahl: Teigtaschen mit Porree und Spinatfüllung, Kartoffeln und verschiedenes Gemüse in Gewürzteig gebacken, dazu dreierlei Dips: Joghurt, Chili und Koriander-Minze.

Kababe Morgh ba Quabeli Palau, Hähnchenbrust pikant mariniert, gegrillt, mit braun gebackenem Basmati Reis, Mandeln, Pistazien, Karottenstreifen, Rosinen, dazu Spinat nach afghanischer Art Generell zeichnet sich die afghanische Küche durch eine Vielzahl an intensiven Gewürzen wie grüner und schwarzer Kardamom, Muskatblüten, Chili, Schwarzkümmel, Zimt, Nelken oder Bockshornklee aus. Wir wählten zur Hauptspeise Narendj Palau, Hähnchenfleisch mit gebackenem Safranreis, Mandeln, Pistazien, Streifen der Bitterorangenschale, dazu Spinat nach afghanischer Art (14,50 Euro), sowie Kababe Morgh ba Quabeli Palau, Hähnchenbrust pikant mariniert, gegrillt, mit braun gebackenem Basmati Reis, Mandeln, Pistazien, Karottenstreifen, Rosinen, dazu Kartoffeln in pikanter Sauce (14,50 Euro).

Beide Gerichte waren aromatisch fein ausbalanciert und zeichneten sich durch eine süß-pikante Note aus. Das Fleisch war wunderbar zart, die fruchtig-würzigen Aromen ein Gedicht. Kurz: Das Essen war einfach fantastisch!

Auch den Service empfanden wir weitestgehend als freundlich und angenehm. Der Wirt – sehr lässig im Ed Hardy T-Shirt –, bediente nicht nur, sondern kochte auch noch alle Speisen selbst. Es lohnt sich, ihn nach einer Empfehlung zu fragen, sollte er sich nicht sowieso schon dazu bemüßigt gefühlt haben.

Die Rechnung scheint angemessen, die Preise befinden sich im oberen Mittelfeld.

Parkplätze rund um das Chopan sind eher rar, das Lokal ist aber gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar. Neben der Filiale in der Elvirastraße gibt es ein weiteres in der Rosenheimerstraße.

Chopan InnenansichtFazit: Das Chopan ist ein kleines Restaurant, mit viel Liebe zum Detail orientalisch eingerichtet. Qualität und Geschmack sind absolut spitze, die Gewürze harmonisch, würzig und ungewöhnlich. Durch Neuhausen muss die Seidenstraße geführt haben.

Chopan, Elvirastraße 18a, 80636 München, Telefon: 18956459

Rechnung Chopan

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Sahara City – 28. November 2013

Couscous, Shisha und Orient-Look ­– Arabisches Lebensgefühl im Münchner Norden

In der Nähe des Olympiaparks hat das Sahara City seine Zelte aufgeschlagen. Und es fühlt sich hier wirklich an wie im Beduinenzelt. Schon beim Eintreten in das Lokal versetzen Wandmalereien, Brokatbahnen an der Decke sowie Kupfer- und Zinndekorationen in eine andere Welt.

Gambari Mashwi, eingelegte Scampi nach arabischer Art mit Reis und SalatAuf der Speisekarte stehen ausnahmslos libanesische Delikatessen. Ein wahrer Genuss sind die Mäsä Spezial, fünfzehn verschiedene libanesische Vorspeisen (15,50 Euro), allesamt auf kleinen Tellerchen serviert, darunter gegrillte Auberginen mit Sesamsauce, Falafel, Hummos, verschiedene Teigtaschen und Tabbuleh, der wunderbare libanesische Petersiliensalat. Auch die Hauptgerichte konnten mithalten. Sowohl beim Couscous mit Huhn (12 Euro) als auch bei Gambari Mashwi, eingelegte Scampi nach arabischer Art mit Reis und Salat (16 Euro), wurden Gewürze und Aromen fein abgestimmt.

Sehr angetan waren wir von der Gastfreundlichkeit des Besitzerpaars. Seit 25 Jahren bewirtet Familie Zagha ihre Gäste im Sahara City und sorgt für authentisches Essen, wunderbare Raumdekoration und besondere Atmosphäre. Die Preise sind in Ordnung. Leider zog es bei unserem Besuch ein wenig, da die Tür nicht besonders gut schließt.

Innenansicht Sahara City

Tipp: Unbedingt die gemischten Vorspeisen probieren, sie sind das, was die libanesische Küche auszeichnet. Spezialitäten wie gefüllte Wachteln oder Milchlamm mit Pistazien, Pinienkernen und Reis können vorbestellt werden. Doch nicht nur kulinarisch wird man hier verwöhnt: Ein Abend im Sahara City entspricht dem arabischen Lebensgefühl, ein bisschen wie in 1001 Nacht. Freitags und samstags gibt es Bauchtanz. Kaum zu glauben, dass man sich mitten in Milbertshofen befindet, ist man gefühlt doch längst im Orient angekommen. Shokran Familie Zagha!

Sahara City, Riesenfeldstraße 18, 80809 München, Telefon: 3595644

Rechnung Sahara City

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Man Fat – 10. November 2013

Gute Geschäfte statt fetter Mann – Solides China-Restaurant in der Maxvorstadt

Das Man Fat ist eines der ältesten China-Restaurants in München und auch eines der bekanntesten. Das Lokal in der Barer Straße ist von außen eher unscheinbar. Innen findet sich das gewohnt kitschige Ambiente, wie es die meisten chinesischen Spezialitätenrestaurants haben: rote Wände, dunkles Holz, Drachenmotive. Das Angebot ist vielseitig: vom Schweinefleisch süß-sauer bis zum gebratenen Tintenfisch ist alles dabei. Interessant klingt die authentische chinesische Küche, die eine ganze Seite in der umfangreichen Speisekarte einnimmt.

Hühnerfleisch gebraten mit frischem Gemüse Das Besondere im Man Fat: Die preiswerten und beliebten Mittagsangebote gelten hier auch sonntags. Wir entscheiden uns für Hühnerfleisch gebraten mit frischem Gemüse (6,60 Euro) und knusprige Ente mit frischem Gemüse (8,80 Euro). Jedes Menü wird wahlweise mit scharf-saurer Suppe, Frühlingsrolle oder Chinesischem Salat serviert. Wir wählen Suppe und Frühlingsrolle. Während die Vorspeisen überzeugten, schmeckten die Hauptgerichte eher durchschnittlich. Die Portionen waren reichlich, die Fleischqualität hatte jedoch Luft nach oben.

Knusprige Ente mit frischem Gemüse

Trotzdem stimmt hier das Preis-/Leistungsverhältnis, und das scheint von den Gästen seit Jahren honoriert zu werden. Auch der Service war aufmerksam und flott. Die zentrale Lage lädt Einheimische, Touristen, Familien und Geschäftspartner gleichermaßen ein. Ein etablierter Chinese mit sehr günstigen Mittagsangeboten; die Höhen fehlen, dafür isst man solide. Hervorzuheben: Das Restaurant bereitet seit 1978 täglich Peking-Ente frisch zu – nach einem alten Familienrezept. Zur Weihnachtszeit empfiehlt es sich vorzubestellen. Man Fat heißt übrigens nicht „Fetter Mann“, sondern „Gute Geschäfte“. Die macht das China-Restaurant bestimmt noch länger.

Man Fat, Barer Straße 53, 80799 München, Telefon: 2720962

Rechnung Man Fat

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Michaeligarten – 20. Oktober 2013

Bayerische Genussmomente – Idylle am Ufer des Ostparksees

Gemütliches Essen mit Blick auf den See? Dem fröhlichen Treiben der Schwäne folgen? Ein Glas Wein in der Abendsonne? Auf der Seeterrasse des Michaeligartens lassen sich wunderbar Kräfte für den Alltag sammeln.

Das Restaurant mit angeschlossenem Biergarten liegt direkt am See im Ostpark. Es bietet gehobene klassische Küche sowie saisonale Highlights. Die Räume sind hell und rustikal gestaltet, sie eignen sich auch für Familienfeste. Regelmäßig gibt es Themenwochen und besondere Termine wie Shrimps-Essen, Pasta-Wochen, Spargelzeit, Lichterfest, Candle-Light-Dinner.

Uns verschlug es an Kirchweih in den Michaeligarten. Obwohl die wunderschöne Seeterrasse bei strahlendem Sonnenschein sehr voll war und wir nicht reserviert hatten, wies uns das freundliche Servicepersonal einen Tisch auf der Terrasse zu.

Bei einem Blick in die qualitativ gute, aber nicht zu umfangreiche Speisekarte zeigt sich: Hier verbinden sich Tradition und Moderne. Bayerische Schmankerl finden sich auf der Karte ebenso wieder wie Saisonküche und internationale Gerichte.

, Bandnudeln mit Scheiben von der Barbarie-Entenbrust, dazu Austernpilze und Rotweinsauce Wir wählten die Kürbis-Ravioli auf Kürbis-Ragout (9,20 Euro) und das Kirchweih-Menü bestehend aus Geflügelcremesuppe mit Pistaziensahne, Bandnudeln mit Scheiben von der Barbarie-Entenbrust, dazu Austernpilze und Rotweinsauce sowie Pflaumenstrudel mit Zimtzucker auf Vanillesauce (17,80 Euro).

Die Speisen waren insgesamt sehr ansprechend, die Portionen reichlich. Sowohl Essen als auch Getränke wurden schnell serviert. Das freundliche Personal war offensichtlich auf den großen Andrang eingestellt und verlor trotz vollem Haus nicht den Überblick.

Kürbis-Ravioli auf Kürbis-Ragout

Der Haberl-betriebene Michaeligarten ist und bleibt ein Urgestein der bodenständigen Küche im Münchner Osten, eine gelungene Verbindung von Genuss und Gemütlichkeit. Nichtsdestotrotz überrascht das Restaurant auch mit modernen Kreationen. Hier werden gediegene Speisen in gepflegter Atmosphäre serviert. Die Preise sind angemessen und für Münchner Verhältnisse moderat. Das Restaurant mit seiner traumhaften Lage ist vor allem an den Wochenenden sehr voll, eine Reservierung sicher sinnvoll. Es sind ausreichend Parkplätze vorhanden. Nach dem Essen empfiehlt sich ein Spaziergang im Ostpark.

Michaeligarten, Feichtstraße 10, 81735 München, Telefon 43552414

Rechnung Michaeligarten

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Casa Mia – 18. Oktober 2013

Große Portionen, kleiner Preis – Familiärer Italiener um die Ecke

Casa Mia, mein Haus: Für viele der zahlreichen Stammkunden ist das Lokal in Johanneskirchen, das es bereits seit 1984 gibt, vermutlich wirklich so etwas wie ein zweites Zuhause. Es ist gemütlich hier, und günstig. Viele Familien kommen zum Pizzaessen, aber auch Singles und Pärchen schätzen die angenehme Atmosphäre und das familiäre Flair. Das Casa Mia wird zudem häufig für Versammlungen der verschiedenen ortsansässigen Gruppen und Vereine genutzt.

 Tris di Pasta Die gängige Standardkarte bietet eine große Auswahl an Pasta, Pizza, Fleisch und Fisch, dazu einige Tagesgerichte. Bei unserem Besuch wählten wir Spaghetti Vongole (6,50 Euro) und Tris di Pasta (8,50), dazu einen gemischten Salat (4,40 Euro). Die Tris di Pasta bestanden aus Penne Arrabiata, Spaghetti Pesto und Tortellini in Sahnesauce, eine gelungene Zusammenstellung, die geschmacklich und optisch überzeugte. Die Spaghetti Vongole kamen dagegen etwas fad daher, die Nudeln hatten kaum Biss, die Sauce schmeckte einfach nur tomatig. Die Muscheln waren bereits ausgelöst; nett gemeint, nach meinem Empfinden aber nicht nötig.

Spaghetti Vongole

Beide Portionen waren reichlich, die italienischen Kellner durchwegs (kinder-)freundlich und gut aufgelegt. Das Essen kam sehr schnell.

Fazit: Ein netter Italiener um die Ecke. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Casa Mia, Freischützstraße 94, 81927 München, Telefon 955700

Rechnung Casa Mia

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